Orgelauswahl, war: Würzburg MHS...

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Dienstag, 27. August 2024, 22:34 (vor 734 Tagen) @ MCVL

Nur fehlen gerade einige prominente süddeutsche Werkstätten aus der Zeit der Hoch- und Spätromantik, die sich klanglich deutlich von denjenigen süddeutschen Firmen abheben, die berücksichtigt wurden.

Nanu???

Wir werden's nicht lösen können. Ich als Ösi hab schon mein Amusement über die Top-Systematiker geäußert und unterhalte mich weiterhin gut.
Ich erzählte hier von der Dorforgel irgendwo in Ost-Österreich (oder war es schon Böhmen), die eine Trompete mit franz. Kehlen hatte. JETZT (1985) durfte Gregor Hradetzy auch beruhigt solche in einem historisierend (naja) gemeinten Instrument errichten.

Hradetzky wagte nicht, derjenige OB zu sein, der es als Erster täte.

Back to Bossert: Seine Begeisterung für diese nordkroatische Orgel in Lepoglava mit der oktavweise repetierenden Mixtur lässt mich auch lächeln (zumal sich mir der Wert der Ergänzung der "walckerschen" Cornett/Cornettmixtur-Plena nur ansatzweise erschließt, und ich frage mich: Was würde der bisher anonyme Orgelbauer von damals sagen, wenn er erführe, dass er den "Beginn [genauer: den ersten heute noch erhaltenen] der Idee zur Klangverdoppelung im süddeutschen Kulturraum" geschaffen hat - und es da quasi direkt nach Hoffenheim und FfM/Paulskirche geht *schmunzel*
Vielleicht würde er sagen: Ich dachte, so macht man Mixtur? Habe ich was falsch verstanden? Oder war es nur eine Laune, irgendetwas mal anders zu machen? Konnte man Metall sparen auf diese Weise? Trotz der Möglichkeit, dass hier die Zukunft in eine kleine Klosterkirche südösterreichischer Prägung hineinblitzt, sollte man viel banalere und weniger inspirierte Ursachen nicht ausschließen.

Anyway - der Unterhaltungswert ist da. Wie gesagt, ich schätze solche Gedankengebäude, man muss und sollte nicht alles wörtlich nehmen. (Sonst fange ich noch an, in Bruckners Nachlass nach den Purcell- und Buxtehude-Noten zu suchen, die ihn zu den Dominantseptakkorden mit Quartvorhalt inspiriert haben, damit ich nachweisen kann, dass die entsprechenden Orgelpunkte im ersten Satz von Bruckners Siebten schon in mancher Bux-Canzonetta oder einem Purcell-Chorsatz wurzeln....)


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