Dietmann

MCVL @, Dienstag, 01. April 2025, 23:55 (vor 524 Tagen) @ Evacuant

Absoluter Platzhirsch im wahrsten Sinne des Wortes war in den 1920er und 1930er Jahren die Orgelbauanstalt Eusebius Dietmann aus Lichtenfels, die zu dieser Zeit eine Orgel nach der anderen gebaut hat.


Ich kenne keine Dietmann-Orgel aus dieser Zeit, kann sich jemand hier ein qualitatives Urteil über diese Instrumente erlauben? Was die Werkstätte in ihren letzten Jahren (so um 1960) abgeliefert hat, war nicht gerade erste Sahne.

Wir hatten von Dietmann aus den 1930er Jahren zwei Orgeln in Wartung.
Die eine stand in Schwarzenbach am Wald, eigentlich ein pneumatischer Umbau einer Orgel von Ludwig Weineck. Das Obergehäuse war abgenommen und durch eine Freipfeifenfront ersetzt worden, vieles nicht klingend. Klanglich war es weder Fisch noch Fleisch, viele Weineck-Register umgearbeitet, abgesägt, Aufschnitte teilweise primitiv erniedrigt.
Technisch ein Laukhuff-Spieltisch, kein Wechselwindsystem, sondern rein Zustrom. Die Spieltraktur war nicht die schnellste, aber auch nicht unterirdisch schlecht. Weinecks Kegelladen aus Eiche waren teilweise recht primitiv mit Zusatzkanzellen angestückelt, keine wirklich schöne handwerklicher Arbeit. Aber, es war alles gut erreichbar und ich habe aus dieser Zeit selten einen massiveren Schwellkasten mit extrem dicken Wänden gesehen. Die Schwellwirkung war absolut exzellent.
Alles in allem eine Arbeit, an die man im Vergleich zu anderen Werkstätten dieser Zeit eine Schulnote 3 vergeben konnte.

Die andere stand im Windsheimer Becken (Ergersheim ?), klanglich langweilig, technisch gut und sicher funktionierend, aber keine Orgel, die sich in irgend einer Form von seinerzeitigen Durchschnitt abhob


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