Weise und seine Transmissionsorgeln

MCVL @, Freitag, 15. August 2025, 23:02 (vor 389 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von MCVL, Freitag, 15. August 2025, 23:07

Es lässt sich nun immer mehr ein Muster erkennen, nach welchem die Transmissionsorgeln von Ignaz Weise angelegt waren.
Das kleinste Modell bestand lediglich aus 4 klingenden Manualregistern, Principal 8' - Gedeckt 8' + Salicional 8' oder Gamba 8' plus eine Traversflöte 4' und im Pedal Subbaß 16', dazu für das Manual ein Sammelzug "Clarinette". Die Dispositionen mit größerer Registerzahl bauten nach einem klar erkennbaren Schrma darauf auf, der Standard waren die "Translationsorgeln" mit 8 Manual- und 2 Pedalregistern. Zumindest bei dem späteren Instrumenten war die Pedal-Superoktavkoppel voll ausgebaut, d.h. bei einem Pedalumfang C-d1 waren tatsächlich 39 Töne für das Pedal vorhanden.
War ein Schwellkasten vorhanden, so standen im Prospekt nur Blindpfeifen und das ganze Manual im Schweller.

Typische Vertreter dieser 10-Register-Transmissonsinstrumente waren beispielsweise Schwarzach bei Bogen, Stallwang oder Ursulapoppenricht.

Heute habe ich noch das erwähnte Schreiben des Orgelrevidenten Josef Salisko an die Regierung von Niederbayern traskribiert. Salisko, ein Anhänger der Elsässer Reformideen und Griesbacher, der Verfechter des Translationssystem, da prallten Welten aufeinander.

Unschön, daß Salisko sich in einem Punkt aus der Reserve locken gelassen hat. Griesbacher schrieb in seinem Abnahmegutachten zur Orgel in Stallwang, die Holzpfeifen seien aus engjährig und astfrei gewachsenem Holz gefertigt und mit Bolusfarbe gestrichen. Saliskos Bemerkung darüber: wie hat denn Griesbacher die Holzauswahl durch den Farbanstrich erkennen können? ; -)


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